Frage ich zart nach :"Ist der Laden nicht ziemlich teuer?", werde ich schnell belehrt: "Aber es gibt doch Rabatt, das dürfen wir uns nicht entgehen lassen." "Wir", wieso eigentlich "wir"?
Kaum flattert solch ein Gutschein in unseren Briefkasten werden bei meinem Weib normalerweise ordungsgemäß unterdrückte Beutetriebe ausgelöst. Vor einem prall gefüllten Kleiderschrank stehend versagt akut ihr Wahrnehmungsvermögen. "Ich habe nichts anzuziehen." Wenn dieser Schlachtruf durch unsere Wohnung hallt versuche ich mich eigentlich ihrem Zugriff zu entziehen, indem ich beginne den Keller aufzuräumen, oder ähnlich lange vernachlässigte Tätigkeiten ausübe (ich habe da so eine Liste...). Meine bessere Hälfte durchschaut die Aktion gewohnheitsmäßig und wenige Stunden später finde ich mich in der Darmstädter Fußgängerzone wieder.
Kleiderkauf ist ein altes Trauma von mir.
Ich gehe, im seltenen Fall, dass ich ein neues Beinkleid brauche in mein favorisiertes Jeansgeschäft und rufe der meist jungen, normalerweise hübschen und immer beschämend schlanken Verkäuferin eine geheimnisvolle Zahlenkombination zu an die ich mich noch aus meiner Jugend zu erinneren glaube. Wenige peinliche Augenblicke später korrigiere ich meine Größenschätzung in Richtung Realität und gehe kurze Zeit darauf mit einem Paar neuer Hosen einen Espresso trinken. D.h. zur Sicherheit nehme ich meistens gleich zwei Paar mit.
Gehe ich aber mit meinem Schatz Einkaufen, wird ein einfaches Vorhaben zu einer mittelschweren Odysee. Besonders im Fall Unterwäschekauf. Ich habe ja überhaupt nichts gegen Unterwäsche, was ich nicht mag, ist beim Wäschekauf zu assistieren.
Kaum betreten wir einen Laden der diese importierte, sündhaft teure Spitzenwäsche feilbietet verlässt die Situation den Bereich des Beherrschbaren. Den 5 Euro-Gutschein in der Hand beginnt ein Beutezug, der die Plünderung Roms durch die Barbaren als schlappen Straßenkarneval erscheinen lässt.
"Schatz, halt das doch mal eben." Mit diesen Worten bekomme ich dann ca. 8 Tüten mit unseren bisherigen Einkäufen überreicht und werde skrupellos alleine gelassen. Es gibt wenig einsameres, als einen Mann in einem Damenunterwäschegeschäft. Nur eines ist noch erniedigender - von seiner Frau mit dem Kauf von Monatshygieneartikeln betraut zu werden. Wussten Sie, dass 80% der Männer, die das Wort "Damenbinde" auf ihrem Einkaufszettel entdecken nicht nach Hause zurückkehren? In Frankreich hat man sogar eine Selbsthilfegruppe für derart Geschädigte eingerichtet. Die Fremdenlegion ist aber kein Thema für mich, deshalb harre ich meistens brav dort aus, wo ich zurückgelassen werde.
Meine Idee ist ja, das in solchen Geschäften spezielle Unterhaltungs-Ecken für abgestellte Männer eingerichtet werden mit Video und Bar. Jedes bessere Möbelhaus hat ja auch ein Kinderparadies. Außerdem könnte ich dann nach angemessener Zeit die ultimative Rachemaßnahme einleiten - eine Lautsprecherdurchsage: "Willi möchte aus der Männerecke abgeholt werden!" oder so ähnlich.
Nach kurzer Zeit - wobei das eine relative Angabe ist - kommt mein Schatz dann bei mir vorbei um mir die Funde zu präsentieren. Ich werde sogar nach meiner Meinung gefragt. Irritierenderweise werden meine Aussagen normalerweise aber grob uminterpretiert. Sage ich beispielsweise: "Das steht dir bestimmt wunderbar", erhalte ich Antworten wie: "Dieser Lappen, meinst du ich ziehe so was an?" Ich frage gar nicht mehr, warum Sie es dann überhaupt mitgebracht hat.
"Das ist hübsch.", wird mit "Ich frage mich für welche Frauen die sowas schneidern." gekontert. Und sagen Sie um Himmelswillen nie: "Bestimmt sehr bequem". Wenn sie als Antwort nur "Findest du ich bin zu fett?" erhalten, haben Sie noch Glück. Ich habe schon erwachsene Männer erlebt, die auf den Knien hinter ihrer eingeschnappten Gattin hergerutscht sind, um sie davon zu überzeugen, dass sie ihre Zuneigung nicht von Äußerlichkeiten abhängig machen. Armselige Kreaturen, die sich schon jetzt von ihrer Selbstachtung und ihrer Kreditkarte verabschieden können.
Ich bin dazu übergegangen gar nicht zu antworten und fahre damit hervorragend. Die Antworten geben sich Frauen nämlich im Allgemeinen selbst.: "Das ist doch niedlich, oder?" - "Obwohl, in der Farbe steht mir das nicht" "Findest du dass mich das dick macht?" - "Aber mit diesem süßen Top geht das schon." "Das Material ist doch wunderschön, nicht wahr?" - "Mein Gott, das muss man ja mit der Hand waschen."
Ich nenne diese Art der Gesprächsführung "autonomen Dialog". Wer sich nicht einmischt überlebt.
Nach knappen 2 Stunden, dürfen wir dann endlich zur Kasse gehen. Sie hatte in der Zwischenzeit die komplette Kollektion des Geschäftes zweimal anprobiert, und sich dann für drei Teile entschieden, deren Stoffmenge einem normalen Herrentaschentuch entspricht, wobei der Preis aber vermuten lässt, dass es sich um Teile des Turiner Grabtuchs handelt.
Seltsamerweise überreicht die nette Dame an der Kasse dann immer mir die Rechnung...
Aber was solls, wir haben ja den Gutschein.
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IKEA - schon der Name ist Scheiße. Meine Freundin meint: "Lass uns mal wieder zusammen zu IKEA fahren." "Ist doch schön, da mal wieder durchzubummeln.". Bummeln... von wegen. Als ob Frauen durch den Schuppen BUMMELN würden. Sie KAUFEN sich durch. Jede von den Weibern reißt riesige Löcher in die Regale.
Natürlich am Samstag. Warum eigentlich ausgerechnet immer Samstags? Kann mir jemand sagen, warum Frauen immer Samstags zu IKEA fahren wollen? Oder Sonntags? Oder Freitags? Ich will nicht zu IKEA. An keinem Tag. Aber widersprich da mal einer. Der Samstag wäre völlig im Eimer. Und der Sonntag. Und der SEX auch. Also, was tun? Klar - was sie alle tun: lächeln, innerlich sterben und mitgehen!!!!
Anfahrt: der Stau reicht zurück bis auf die Autobahn. Von der Ausfahrt bis auf den IKEA-Parkplatz brauchen wir 35 Min. Ich bin innerlich schon am kochen, lasse mir aber nichts anmerken. Auch nicht, als sich ein Fahrer rücksichtslos vorne in die Parklücke drängt. ("Komm her du Arsch. Los steig aus. Dir hau ich ein paar aufs Maul. Depp, blöder. Los trau dich. Wichser"). Nun, er hat sich nicht getraut, meine Freundin nagt an der Unterlippe und mir geht es kurzzeitig wieder etwas besser. Obwohl ich ihm schon gern...
Gott sei Dank hat sie sich diesmal nicht gleich im ersten Stock ausgetobt. Da hatte sie letztes Mal schon mit einer neuen Couch gedroht: "Die hier ist schön. Und sooo praktisch. Den Bezug kann man abziehen und waschen. "Ich schau aufs Preisschild. Wir werden das Ding höchstens dreimal waschen, also kostet jedes Mal Waschen 1.500.-? Wieso nehmen wir nicht ne billige, schmeißen sie weg, sobald sie nen Fleck hat, und kaufen ne Neue?" "Prima. Du hast recht. Sehr schön. Sitzt sich auch bequem. Und gar nicht teuer. Ein echtes Schnäppchen. Willst du sie gleich haben?" Zum Glück wollte sie das Ding dann doch nicht kaufen.
Der Härtetest kommt im Untergeschoss: Millionen Dinge, die Frau unbedingt braucht. Jeder Artikel 3978mal vorhanden. Natürlich will sie nur ein paar Kleinigkeiten, die sie unbedingt schon immer gebraucht hat und nirgendwo anders bekommt und schon gar nicht zu deeem Preis. Ein Nudelklammereisen... oder so. Jedenfalls total praktisch und gar nicht teuer. Und die tollen Gläser mit Stiel. Gibt's nur im 10-er Pack. Aber was soll's - die alten hatte sie ja schon seit dem letzen IKEA-Besuch vor...was? Acht Wochen?? Und die sind ja auch schon nicht mehr schön. Und die praktischen Fressbretter Brotzeitteller aus Holz - scheiß-schwer! Und diese Kerzenhalter und "sieh doch mal die kleine Leuchte da" und die praktischen zusammenfaltbaren "kannmanimmerbrauchen"-Teile und...
Sie stopft mir das Zeug in diese tolle gelbe Umhängetasche, mit der ich aussehe wie ein geistig zurückgebliebener Pfadfinder. Oder Stadtreinigung.
Offenbar muss jeder Mann sone Tasche umhaben, obwohl sie fast alle auch noch einen Wagen schieben müssen. Aber Frauen scheinen die Dinger schick zu finden.
Sie scheint jetzt alles zu haben ... dann die Schlange an der Kasse. Sie haben jetzt Schilder aufgestellt: "Ab hier 25 Minuten Wartezeit zur Kasse" Eins kann ich von hier aus schon fast lesen. Sie kann nur mühsam verhindern, dass ich die Tasche ins nächste Regal schmeiße. Ich fasse es nicht: die Frauen schwatzen miteinander oder wuseln noch mal davon, um schnell noch ein paar "haettenwirdochfastvergessen" zu holen, während die Männer wie die Deppen mit ihren Wagen in der Schlange stehen. Das nächste Schild: "Noch 15 Min. bis zur Kasse" veranlasst mich, mit der Tasche Schwung zu holen, aber sie meint, sie könne die Kasse schon sehen... Na gut.
Wuselwuselwusel und schon habe ich noch einen tollen Übertopf für den Dingsbums-Busch im Esszimmer (das Drecksding werde ich mit Domestos gießen!) in der Tasche. Das nächste Schild kann man schon nicht mehr lesen: das muss wohl jemand umgekickt haben - lauter Fußabdrücke drauf. Aber jetzt kann ich die Kasse auch sehen. ENDLICH sind wir dran. Nach fünf Minuten Vorzeigen von Driver's license, Organspenderausweis, ATM-, Visiten-, Kredit- und Krankenversicherungskarte glaubt mir die blöde Kuh an der Kasse ("Mein Freund hat das nicht so gemeint.") endlich, dass ich mit dem Nachnamen und nicht dem Vornamen unterschrieben habe. ("Ich hab's noch ganz anders gemeint...") Der Tritt gegen den Tresen hat aber auch keinen Schaden hinterlassen.
Abfahrt : auf dem Parkplatz beginnt das Drama von vorn: wie komme ich von IKEA wieder weg?? Die Ausfahrt ist verstopft. Der Parkplatz ist verstopft, der Weg bis zur Ampel ist verstopft, die Autobahnauffahrt ist verstopft. 35Min für 1,4km. Aber den blöden Deppen von der Herfahrt habe ich diesmal in eine Parklücke abgedrängt, wo er vermutlich ne Stunde gebraucht hat, um da rückwärts wieder rauszukommen.
IKEA – schon der Name ist scheiße? Kennst Du diese Geschichte?
Irgendwann im Mai 2004.
14:00 Uhr: Ich verspreche meiner Freundin, abends mit ihr in die IKEA zu fahren.
16:00 Uhr: Anruf: "Vergiß nicht, IKEA!"
16:05 Uhr: Anruf: "Sag mal, kommst Du mit Deinem PKW oder mit dem großen Transporter?" – ich bestehe auf den PKW, weil ich den Transporter hasse.
17:12 Uhr: Anruf: "Wann kommst Du? Wir müssen los!" – Versteh ich nicht, der Laden hat noch fast drei Stunden offen. Ich bekomme Bauchweh...
17:32 Uhr: Mir kommt ein freudig strahlender Mensch entgegengerannt, springt ins Auto und lacht"Los geht´s, ich hab Hunger".
Hunger? Was ist mit IKEA? IKEA verkauft jetzt auch Essen. Gut. Meinetwegen. Einmaliges Essen. Schmeckt spitze.
"So kleine goldige Fleischdinger, kennst die nicht?"
Ich sehe Kantinenfraß vor mir. Ganz so schlimm wird es dann doch nicht, man kann das Zeug schon essen.
Größtes Glas, welches man bekommt: 0,25 Liter. Man darf umsonst nachfüllen, prima! Bis ich diese Tatsache an der Kasse kapiert habe ist die gute Frau weg. Einfach weg. Ich laufe mit einem Tablett mit einem Teller und zwei vollen Gläsern planlos durch einen riesigen Raum und schaue mich um. In der anderen Ecke, 150 Meter von mir entfernt, springt etwas auf und ab und schreit meinen Namen.
Als ich den Tisch erreiche ist das Essen kalt, die Stimmung auch relativ, weil ich mir erlaube zu bemerken, dass wir uns doch an den überübernächsten Tisch setzen könnten, dann hätten wir die größtmögliche Entfernung zur Kasse erreicht...
Pfeiff drauf, 15 Minuten später ist alles vergessen, jetzt beginnt der berühmte IKEA-Rundkurs (man kann NICHT gerade durch den Laden laufen, geht nicht!). Ich wollte eigentlich im Restaurant sitzen bleiben und meine Zeitung lesen, weil es mir absolut schnurz ist, was die da alles verkaufen, aber ich werde mitgezerrt. Keine andere Wahl. Ein Typ mit Zeitung und Handy schaut mich mitleidsvoll an.
Gut. Hier und da, das ist toll, ist dieser Schrank nicht süß? Der Schrank ist aus Holz, sag ich, soll ich mal reinbeißen? Die nächsten 4 Minuten sagt sie nichts, weil ich blöd bin.
Dann – ein Jubelschrei, man rennt los, kommt mit irgendwas zurück, ich weiß nicht, was es ist, ist ja auch egal.
Sie sieht ein Bett. Ist das nicht schön? Ich sage, es ist halt ein Bett. Kauf es. Man schläft drin, wenn man schläft, hat man die Augen zu und sieht es nicht, also ist eigentlich wurscht, wie es aussieht. Jetzt bin ich unsensibel und mir ist alles egal (es ist mir WIRKLICH wurscht, wie das Bett aussieht!)
Wir kommen im Keller oder im Erdgeschoss der IKEA an – ich habe die Orientierung verloren – dort, wo eben alles auf Paletten gestapelt ist.
"Gläser! Schau mal, Gläser! Geil!"
Obwohl geil, keine gekauft. Warum nur?
5 Meter weiter:
"Kerzen! Yippie! Genau die brauch ich, nur noch ein Paket da und drei Stück zerbrochen."
Spitze, gibt’s billiger, muss man nur 1,8 km durch den Laden zu einem, der den Preis der Kerzen verbessern darf – von 1,50 Euro auf 1,00 Euro! Ich glaube ich spinne, bin im falschen Film, lasse mir aber nichts anmerken. 50 Cent gespart. Wahnsinn.
Dafür, dass ich eigentlich nur der Wagenschieber bin, wird meine Laune immer besser. Ich beobachte seit einer Stunde einen Menschen, der total glücklich ist und irgendeinen Müll in den Wagen schmeißt und mit jedem Teil noch mehr Freude hat. Schön. Hat was.
Teppichabteilung. Gitterboxen voller Teppiche. Irgendwann lehne ich mich an eine Gitterbox, an der Box gegenüber von mir lehnt Kojak – ins leere starrend. Seine Frau rennt rum und sucht einen Teppich. Ich schaue ihn an, unsere Blicke treffen sich, er lacht kurz auf und sagt "Scheißladen, stimmts?".
Ich kann nur lachen.
Wir landen in der sog. "Fundgrube". "LAMPEN! STEHLAMPEN! Guck mal!" Ja. Ne Lampe. Und? Keine bahnbrechende neue Erfindung… "Die brauchen wir, hol mal Du schnell noch einen neuen Wagen, ich pass hier auf, dass die keiner mitnimmt."
Ich spare mir zu sagen, dass sie bestimmt keiner mitnimmt. (WIR brauchen Lampen?)
Auf dem neuen großen Wagen stehen jetzt Lampen drauf und ein Paket voll Dachlatten (das soll das Bett werden!), außerdem ein roter Teppich. Wir brauchen noch einen weißen und einen grünen Tisch. Oder doch lieber einen roten und einen gelben?
Mir egal, ich bin der Wagenschieber. Ich überschlage kurz und komme auf 8 Lampen, einen Teppich, 6 Bilderrahmen, eine Garderobe, einen Tisch und sehr viel Kleinkram und rechne, was davon nicht in das Auto passt. Als sie mal wieder in meine Nähe kommt deute ich auf die Wägen und frage, ob das vielleicht ein bisschen viel ist.
"Stimmt, Du hast recht – wir holen jetzt noch zwei Tische." Thema erledigt.
Vor der Kasse dann
"Ich glaube, Du hast recht, ist bisschen viel. Tu mal die 3 kleinen Lampen und den roten Teppich raus“.
Aha. Wohin? Egal, ich stecke den Teppich in einen großen Blumenkübel, die Lampen leg ich auf einen Stoß Korbzeugs.
Wir fahren zur Kasse. Zwei Leute vor uns.
"Hey, ich hab was vergessen – ich komm gleich wieder!"
Klar. Gleich ist vorbei, „wir“ sind dran. Ich schlichte das Zeug aufs Förderband, die Tante mault mich an, weil die EAN-Codes nicht oben sind, sie liest wohl aus meinem Gesicht, was sie mich mal kreuzweise kann, von irgendwo kreischt jemand ""Zahlst Du schon? NEIN, nicht, ich hab hier einen viel besseren Tisch gefunden!!"
Ich schreie zurück, "dann bring den scheiß Tisch, dann haben wir halt drei!".
Der Typ von der Kasse nebenan schaut her und sagt: "Mir geht es genauso, ich hab auch erst geheiratet, wir richten gerade die Wohnung ein." – hätte ich mir nicht alle Mühe gegeben, ihn zu ignorieren, ich hätte ihn mit einer bescheuerten Sonderangebots-Energiesparlampe erschlagen, auf der Stelle.
Kasse erledigt.
Schwedische Schokolade kaufen. Hinter den Kassen.
"Ich bring Dir einen HotDog mit."
"Nein, sag ich, ich will keinen HotDog, schon gar keinen aus Schweden."
Hat keinen Sinn, ich werde nicht mehr gehört. Manchmal glaube ich auch, sie will gar nicht hören. Mit zwei Wägen laufe ich langsam Richtung Ausgang. Sie holt mich ein und drückt mir ein lappriges Brötchen mit einer komischen Wurst in die Hand. Soviel zum Thema "gesunde Ernährung".
Wir schieben die Wägen in Richtung Ausgang und schlichten das Auto voll. Gerade so, dass es reicht. Auf dem Weg von IKEA nach Hause müssen wir schnell bei einem Freund von mir eine Kleinigkeit abholen, dauert 5 Minuten. Ich bin nach 3 Minuten fertig – wo ist Madame?
Verschwunden. In den Tiefen eines Lagers voller Krimskrams. Gut, ich hol mir einen Tee und setz mich hin. Aus Erfahrung weiß ich, dass das länger dauert. Aus dem Lager brüllt etwas:
"UUUUIIIII, YIPPIEH! SCHAU MAL – SCHNELL!" Warum schnell? Wir sind hier nicht in der IKEA-Fundgrube! Ich schaue. Aha. Ja, das könnte noch ins Auto passen. Gut. Ich trags ja, gib endlich Ruhe. Was ist das eigentlich?
Ich habe 30 Meter Vorsprung, bin kurz vor dem Ausgang und leicht genervt, als sie hinter mir schreit:
"SCHAU MAL, GEFÄLLT DIR DAS?"
Ich schreie "NEIN", ohne mich umzudrehen und gehe weiter, setze mich an den Tisch zu meinen Tee und zwei Freunden, die nur grinsen. Schweine.
Ein paar Minuten später kommt sie dann, schwer beladen mit Zeug, das keiner braucht und mault mich im vorbeigehen an, ich sei ein Ignorant, schnappt sich den Autoschlüssel und geht das Zeug verstauen.
Diskussionen über Bezahlen finden nicht statt, mein guter Freund merkt, dass es mir irgendwo reicht und sagt, wir sollen abhauen, machen wir schon irgendwann. Als wir an der Türe sind, fragt uns der andere:
"Wie lange seid ihr eigentlich verheiratet?".
Es ist 20:30 Uhr, ich will etwas kaltes trinken, deshalb drehe ich mich gar nicht mehr um. Obwohl ich eine Energiesparlampe in der Hand hatte.
Ja, die Zeit war mal wieder reif für einen Einkauf bei IKEA. Ich nicht. Aber gut.
Nachdem ich mich vor ein paar Wochen, als wir auf der Suche nach einem schönen Restaurant in Lissabon waren, geweigert habe, zu IKEA in die Kantine zu gehen, kam ich um die Filiale Fürth nicht herum. Auf jeden Fall, IKEA gibt es nicht nur in Schweden und Fürth, nein, auch in Portugal!
Ok, IKEA Fürth. Natürlich nur ne Kleinigkeit. Was für eine Kleinigkeit? Weiß man (besser: Frau) noch nicht, da finden wir schon was. Also wegen mir müssen wir da nicht hin, ich find da nichts! Nein, ich stänkere nicht. Stänker ich? Natürlich kam hier und da noch was dazuwischen, man musste sich noch umziehen und noch schnell was zusammenpacken. Pünktlich um 19:34 Uhr waren wir dann bei IKEA. Ich weiß jetzt schon wo man dort gut parken kann. Um Zeit zu sparen sind wir zum Ausgang rein und durch eine Kasse, was uns den Unmut der Kassiererin eingebracht hat. Ich hab ihr gesagt sie soll die Security rufen, falls es in dem Laden sowas überhaupt gibt, dann diskutier ich das mit denen aus, wo ich hier rein gehe oder auch nicht. Jetzt wurde auch ich informiert, dass es um einen Schrank geht. Ein Schrank also, wieder mal. In Ordnung. Wir holen einen Katalog, setzen uns hin und schauen den Katalog an. Von wegen. Ist doch viel einfacher von Regal 1 bis 38 durchzulaufen und alles anzuschauen. War natürlich nichts dabei was gefällt, dafür hier eine Blumenvase und dort ein Stück Holz. Auf dem Weg zur Kasse dann die ultimativen Schränke! Genial. Mit Milchglas vorne dran. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass das keine Hängeschränke sondern TV-Möbel sind, aber das ist ja völlig unerheblich, man lässt einfach die Rollen weg und schraubt sie an die Wand. Heb doch mal den aufgebauten hoch und halt ihn an das Regal, damit ich mir das vorstellen kann, ja, passt, wir nehmen zwei. Ich nehme zwei, einer wird mir entrissen, damit ich nicht alles tragen muss. Schön, meine Meinung, dass ich locker 8 kg Schrank tragen kann und ich nicht will, dass sie das schleppt, wird im Keim erstickt. Die ersten Leute schauen schon! Wird bestimmt noch interessant. Inzwischen ist es 19:56, wir stehen an der Kasse. Ich schlichte alles schön auf das Förderband, denn dafür – dachte ich – sind die Dinger ja da. Schnauzt mich die Tante hinter der Kasse an, ich soll das gefälligst auf dem Wagen lassen. Ich habe keinen Wagen. Dann stellen Sie´s eben auf den Boden. OK, ich stell es auf den Boden, als der Typ vor mir bezahlt hat geh ich vor. Wo meine Pakete sind? Die stehen da hinten, Lady, sie haben gesagt, ich soll sie auf den Boden stellen.
Auto? Von wegen ich kenne den Parkplatz. Sieht plötzlich ganz anders aus alles. Wir finden das Auto, schmeißen alles irgendwie rein und rasen zur METRO, über die Felder und Wiesen im Knoblauchsland. Pressiert, die machen um 20:30 Uhr den Eingang zu, im Kofferraum sind leere Kästen die vorher noch abgegeben werden müssen, damit der Einkauf reinpasst. Um 20:28 sind wir in der Metro, hat gerade so geklappt. Ich stelle fest dass man Einkaufswägen auch für einen Cent Pfand bekommt und beschließe, ab sofort keine Wägen mehr zurückzubringen. Ich geh zu den Getränken und zu dem abgepackten Zeug, sie ist weg. Irgendwann such ich natürlich, finde sie vor dem Kühlhaus. Wo ich bleibe? Naja, es kam halt keine Durchsage, dass Du hier auf mich wartest. Gut, geh da rein und hol Hackfleisch bitte. Geh doch selber, ich hol doch eh das falsche. Da drin ist es irre irre irre kalt! Da geh ich nicht rein. Gut, ich geh rein – und hab prompt die richtige Packung.
Innerlich bereite ich mich auf einen Metro-Typen im hellblauen Kittel und dicker Brille vor, der mich an der Kasse belehrt, dass man erst zahlen muss und dann trinken darf. Kommt keiner, schade.
Danach noch ganz schnell zu Mama ne Kleinigkeit aus dem Keller holen. Mama wohnt nur 20 km von der Metro entfernt, mitten in der Stadt, keine Parkplätze. Dauert ne gute Stunde, die Kleinigkeit macht Rücksitz noch voll, Mamas Keller ist voller Überraschungen. Ich trinke Tee mit Mama, einwandfrei.
Zwei Stunden später, es ist 23 Uhr, kommen wir endlich am Ziel an und tragen alles rein, „einigen“ uns, dass heute nichts mehr aufgebaut wird. Zum Glück.
Drei Tage später, es war Freitag, stellt sie fest, dass es keine TV-Möbel sind, die wir (!) gekauft haben. ICH habe nicht aufgepasst und Tische gekauft, falsches Paket. Die sind aber auch nicht schlecht, schon zusammengebaut, schau mal, da! Und am Samstag fahren wir in die IKEA und kaufen die beiden tollen Schränke. Ich werd die Schränke kaufen, alleine. Hin zu Ikea, am Parkplatz der für die reserviert ist, die einladen, parken, rein, zwei so Dinger schnappen und wieder raus. Wenn an der Kasse nichts los ist dauert die Aktion höchstens 8 Minuten. Aber daraus wird vermutlich nichts, weil man ja in der Kantine der IKEA Abendessen könnte, Du weißt schon, diese goldigen kleinen Fleischbällchen…
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